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Thomas Böttcher  (*1960)
 

Schreiben war nie mein Plan – es wurde mein Ausweg.

Vor zwei Jahren hat eine schwere Erkrankung mein Leben verändert. In einer Zeit voller Unsicherheit und Therapie begann ich zu schreiben. Nicht, weil ich Autor werden wollte, sondern weil ich einen Weg suchte, das Erlebte zu verarbeiten. Mein behandelnder Arzt war es, der mich dazu ermutigte, diesen Schritt zu gehen.

2025 erschien mein erstes Buch „Eine lebensgefährliche Reise“ – eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit meiner Erkrankung und dem Weg zurück ins Leben.

Das Schreiben hat mich verändert und ist zu meiner neuen Leidenschaft geworden. Aus Erinnerungen, Gesprächen, alten Dokumenten und Fotos sind nach und nach neue Buchideen entstanden – Geschichten, die erzählt werden wollen und die mich nicht mehr loslassen.

Mit „Spurensuche – Im Schatten des Krieges“ ist nun der erste Band einer Familiensaga erschienen, der den Weg  zweier Familien in Deutschland in den Jahren von 1934 bis 1947 erzählt. Es sind Geschichten aus meinem eigenen Umfeld – bewegend und aus heutiger Sicht oft kaum noch vorstellbar. Geschichten voller Leben, Leid und Tragik aus einer dunklen Zeit. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Erinnerungen weiterzugeben – bevor niemand mehr da ist, der sie erzählen kann.

Neuerscheinung 2026

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Autor: Böttcher, Thomas

ISBN  Taschenbuch 9783695730896

Lieferbar seit 31.03.2026

Ladenpreis

  • Buch: 14,99 EUR

Gesamtseitenzahl 248 Seiten

Format 14,8x21 cm

Einband Paperback

Im ersten Band des Romans „Spurensuche“ erlebt der Leser hautnah den Alltag zweier Familien in den dunkelsten Jahren deutscher Geschichte. Ihr Leben wurde von Entscheidungen geprägt, die sie nie treffen wollten, und von Schicksalsschlägen, die alles veränderten. Diktatur, Krieg, Zusammenbruch, Vertreibung und Neubeginn rissen sie auseinander, doch ihr Wille zu überleben blieb ungebrochen. Der Roman, basiert auf wahren Erlebnissen, die heute kaum noch vorstellbar sind. Stellvertretend für die unzähligen Schicksale einfacher Menschen werden diese Geschichten bewahrt, bevor niemand mehr da ist, der sie erzählen kann.
Der Mann auf den Fotos Er war einmal ein anderer Mann. Sportlich, durchtrainiert, mit breiten Schultern und einem Körper, der ihm selbstverständlich gehorchte. An den Wänden der Wohnung hängen Bilder aus dieser Zeit. Nicht viele. Aber genug, dass Paul jedes Mal den Atem anhält, wenn er sie ansieht. Es sind keine Trophäen. Keine Heldengeschichten. Nur Papier. Nur ein paar eingefrorene Augenblicke. Die sich doch anfühlen, als ob sie aus einem anderen Leben stammen. Manchmal schaut er vom Küchentisch hinüber, als prüfe er, ob dieser Mann auf den Bildern wirklich einmal er gewesen war. Jedes Mal kommt dann diese Wehmut, diese Melancholie. Zuerst ganz leise, dann schwerer. Nicht wie ein Schlag, eher wie etwas, das sich langsam über ihn legt. In diesen Momenten sieht er sich als Sportler als Leichtathlet. Er spürt wieder den festen Boden unter den Schuhen, den Rhythmus der Schritte, das Brennen in der Lunge, das ihm damals nicht wehgetan hatte. Es war ein Brennen, das man sich verdiente. Ein Zeichen dafür, dass man lebte, dass man sich anstrengte und seine körperlichen Grenzen austestete. Er hatte trainiert, mit Hingabe. Nicht, weil er bewundert werden wollte. Sondern weil er es liebte, sich zu messen. Nicht laut. Kein Gerede. Nur die klare Frage: Wer ist heute stärker? Wer ist schneller? Das Laufen hatte ihm etwas gegeben, das er später vermissen sollte, Kraft. Disziplin. Stolz. Dieses stille Wissen, das man sich selbst überwinden kann, wenn man an sich glaubt. Auf einem anderen Foto sitzt er auf einem Rennrad. Er sieht kraftvoll aus. Die Hände am Lenker, die Schultern ruhig, den Blick nach vorn gerichtet. Genauso hatte er es geliebt: Geschwindigkeit, die nicht schreit, sondern zieht. Der Kampf, der nicht im Gesicht stattfand, sondern in den Beinen. Bahnradsport war anders als Laufen. Noch härter, direkter. Mann gegen Mann. Es gab nur die Bahn, die Runde, die nächste Kurve. Nur er und der andere. Jede Bewegung musste sitzen. Jeder Blick musste stimmen. Wer einmal zu viel zögerte, hatte schon verloren. Paul mochte dieses Gefühl, wenn die Welt sich auf einen einzigen Punkt verengte. Wenn es nur noch darum ging, nicht nachzugeben. Der Höhepunkt dieser Jahre war seine Teilnahme an den Berliner Meisterschaften. Nicht als Versprechen auf Ruhm. Nicht als Tür in ein anderes Leben. Paul war nie so einer gewesen, der groß träumte und laut davon sprach. Für ihn zählte der Moment, der Beweis, dass er es geschafft hatte. Das sein Körper und sein Wille ihn bis dorthin getragen hatten. Manchmal, wenn er lange genug auf diese Bilder schaute, spürte er wieder, wie es gewesen war. Für einen Atemzug. Für einen Herzschlag, war er der alte Paul. Die Tragik trat mit dem Ersten Weltkrieg in sein Leben. Kurz nach seinem Abitur musste Paul mit neunzehn Jahren an die Front. Eben noch hatte er fleißig gelernt und in seiner Freizeit Bahnrunden gezählt und an Wettkämpfe gedacht, nun zählte er Tage, Schüsse, die Gesichter derer, die neben ihm fielen. Er war kaum dem Elternhaus entwachsen, trug noch den Geruch von Zuhause in der Kleidung und stand plötzlich in einer Welt, in der Jugend nichts galt, außer Kanonenfutter zu sein. Nach einem halben Jahr an der Front traf ihn das Schicksal mit der ganzen Härte. Es war kein besonderer Tag. Keine Vorzeichen, nur dieser zermürbende, graue Rhythmus aus Warten, Marschieren und Frieren. Nasse Stiefel. Kalte Finger. Hunger, der nie ganz verschwand. Dazu dieses ständige, kaum greifbare Gefühl, dass jederzeit etwas geschehen könnte. Der Regen fiel seit Stunden. Fein, hartnäckig, durchdringend. Er kroch durch Stoff und Haut setzte sich in die Knochen. Die Männer sagten kaum noch etwas. Worte waren Luxus geworden. Jeder Schritt war mechanisch. Jeder Blick war schwer. Dann sahen sie eine Scheune. Alt. Schief. Das Dach an einer Seite eingesackt. Aber Schutz. Wenigstens für ein paar Minuten. Ein Ort, um sich hinzusetzen. Vielleicht die Augen zu schließen. Paul spürte, wie allein der Gedanke daran seinen Beinen neue Kraft verlieh. Sie gingen in die Scheune hinein. Der Geruch von feuchtem Heu und altem Holz schlug ihnen entgegen. Für einen Moment war dann nur noch das Trommeln des Regens auf dem Dach zu hören. Die Männer ließen sich fallen. Einer zog die Mütze tiefer ins Gesicht. Ein anderer fluchte leise über seine durchnässten Socken. Etwas Ruhe, die alle dringend brauchten. Zuerst zeriss ein dumpfes Geräusch diese Stille. Kein klarer Knall, kein einzelner Schuss. Eher ein fernes Grollen, das sich unter die Haut schob, bevor man es wirklich hören konnte. Dann ein Krachen. Gewaltig. Nah. So nah, dass es nicht nur die Ohren traf, sondern den ganzen Körper. Die Scheune wurde von Artilleriefeuer erfasst. Ein Einschlag und die Rückwand Zerbarst. Holz splitterte in tausend scharfe Stücke. Balken rissen auseinander, als hätte eine unsichtbare Faust sie zerdrückt. Staub schoss in die Luft, dick und beißend, vermischte sich mit Rauch und dem süßlichen Geruch von feuchtem Heu. Schreie. Nicht einzelne Stimmen, sondern ein chaotisches Aufschreien, das sofort wieder von einem zweiten Einschlag verschluckt wurde. Der Boden vibrierte unter Pauls Stiefeln, als würde die Erde selbst zurückzucken. Er spürte, wie etwas an ihm vorbeiraste. Ein Splitter, ein Balken, vielleicht nur Luft, dann wurde er nach hinten gerissen. Für einen Augenblick wusste er nicht mehr, wo oben und unten war. Die Welt war kein Raum mehr. Sie war nur noch Druck. Lärm. Staub. Er schmeckte Erde zwischen den Zähnen. Seine Hände suchten Halt, griffen ins Leere, fanden nur Trümmer. Über ihm regnete es zerfetzte Dachlatten. Zwischen all dem Chaos gab es plötzlich nur diesen einen Gedanken, grell und klar wie ein Blitz: Das ist kein Zufall. Das ist ein Hinterhalt. Paul hörte nichts mehr, nur ein schrilles Pfeifen in seinen Ohren. Sein Blick suchte Halt, fand aber nur Chaos. Rufe. Befehle. Schreie. Das harte, metallische Knacken der Gewehre, das überall zugleich einsetzte. Die Einheit drängte aus der Scheune. Paul riss den Kopf herum, suchte Deckung, stolperte über Wurzeln, über etwas Unbekanntes, das auf dem Boden lag. Er warf sich hinter einen Baumstumpf. Die Erde spritzte auf, Splitter flogen umher. Paul sah sein Ende vor sich. In diesem Moment ging ihm nur eins durch den Kopf: War es das schon? Habe ich eine Chance, diesen Angriff zu überleben? Dann diese Stimme, tief aus seinem Inneren, die sagte, raff dich auf, Paul. Du wirst das hier überleben. Handle endlich, wie man es dir beigebracht hat. Er wurde abrupt aus diesen Gedanken gerissen, als neben ihm ein Kamerad zusammensackte. Ein Laut, halb Atem, halb Frage und dann nur noch ein dumpfer Aufschlag, mit dem vollen Gewicht des Körpers. Paul sah den roten Fleck auf dessen Uniform, wie er sich langsam, aber unaufhaltsam ausbreitete. So sieht es aus, wenn das Leben ausläuft, dachte er sofort. Er wollte etwas sagen, aber seine Kehle war trocken, als hätte der Krieg sie zugeschüttet. Paul versuchte sich aufzurichten, wollte reagieren, greifen, schießen. Etwas tun, aber sein Körper gehorchte nicht sofort. Für einen Sekundenbruchteil war da wieder seine innere Stimme und eine alles ergreifende Stille. In diesem winzigen Zwischenraum dachte er nicht an den Krieg. Er sah plötzlich sein Zuhause. Sah sein Zimmer im Morgenlicht. Die Hände seiner Mutter, die versuchten ihn zu halten. Dann traf ihn die Wucht der Kugel, die für ihn bestimmt war, am Kopf. Kein heroischer Moment. Sein letzter Gedanke war abrupt vorbei. Keine Zeit, um sich zu verabschieden. Nur ein kurzer, brutaler Einschlag und das Licht ging aus.

Erschienen 2025

Ein Schattenman verschwindet im Nebel auf einer Asphaltsraße

Autor: Böttcher, Thomas

ISBN Taschenbuch  9783819207860

ISBN E - Book 9783819218880

Produkt 

Lieferbar seit 13.05.2025

Ladenpreis

  • Buch: 12,99 EUR

  • E-Book: 7,49 EUR

Gesamtseitenzahl 204 Seiten

Format 14,8x21 cm

Einband Paperback

Für diejenigen, die den kalten Spiegel des Todes erblickt haben, verändert sich die Wahrnehmung der Welt unwiderruflich. Die Banalität des Alltags weicht einer schärferen, fast schon intensiven Wahrnehmung. Jede Begegnung und jede Erfahrung gewinnt eine neue Bedeutung, fast so als würde das Leben mit einer neuen Intensität leuchten. Wir werden anders handeln, sprechen, lieben und leben, weil wir wissen, dass jeder Augenblick zählt. So ist der Tod, statt nur ein finsterer Schatten zu sein, auch ein Lehrer, der uns lehrt, die Kostbarkeit des Lebens zu begreifen und zu umarmen. Jedes Lächeln wird bedeutungsvoller, jede Umarmung wertvoller und jeder Abschied tiefgründiger.

Über den Autor

Jahrgang 1960. Hat das Privileg, auf einen reichen Schatz an Lebenserfahrungen aus zwei verschiedenen Gesellschaftssystemen zurückblicken zu können. 

 

Sein Leben ist geprägt von einem tiefverwurzelten familiären Zusammenhalt. In seiner Kindheit erlernte er die Wichtigkeit von Gemeinschaft und Solidarität, Werte, die ihn bis heute begleiten. Die Familie war stets ein sicherer Hafen, ein Ort der Geborgenheit, aus dem er Kraft schöpfen konnte, um die Höhen und Tiefen des Lebens zu meistern. Diese starke familiäre Bindung ist nicht nur ein Fundament in seinem Leben, sondern auch eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für seine spät entdeckte schriftstellerische Leidenschaft.

 

Dankbarkeit durchzieht sein Leben wie ein leuchtender Faden. Dankbarkeit für das Leben selbst, für die Menschen, die ihm begegnet sind und für die Erfahrungen, die ihn geformt haben. Diese Dankbarkeit ist mehr als nur ein Gefühl; sie ist eine Lebenseinstellung, die ihn dazu antreibt, seine Geschichten mit Authentizität und Leidenschaft zu erzählen.

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